Jahrestag!
Es war vor einem Jahr, am 10. Mai 2004, am frühen Vormittag.
Ich war zuvor in einer Buchhandlung in der Wiener Innenstadt gewesen, hatte dort die Bücher im Religionsregal angeschaut - mit Sehnsucht nach wahrer spiritueller Nahrung, die allerdings zwischen Drewermann und "Erbauliches für jeden Tag" schwer zu finden war. Schließlich kaufte ich De imitatione Christi sowie ein paar andere, nicht religiöse Bücher, und verließ dann irgendwann die Buchhandlung.
Ich ging weiter in Richtung Schottenkirche und entschied mich kurzerhand, hineinzugehen. Bereits in den 1-2 Monaten davor hatte ich immer eine gewisse Sehnsucht nach dem Glauben gehabt; ich sah mich schließlich bereits als Suchende, hatte aber das Gefühl, nicht in Kontakt mit Gott treten zu können - falls es Ihn überhaupt gab. Ich hatte vorher ein-zweimal versucht, zu beten, und stand doch immer wieder vor einer unglaublichen Leere und dem Gefühl: "Da ist doch niemand!"
Doch die Sehnsucht blieb, und so ging ich an diesem frühen Nachmittag in die Schottenkirche. Ich lehnte meine Stirn an das Gitter und brachte einfach alle meine Sehnsucht dar - nicht in Worten, denn ich wusste bereits, dass das bei mir nicht funktionierte, sondern wie man ein Geschenk darbringt.
Und plötzlich...
WAR ER DA.
Es war ein Gefühl, als hätte sich die Welt plötzlich verschoben - ich verstand in dem einen Augenblick, wie gläubige Menschen dachten und fühlten: etwas, was ich bis dahin nie nachempfinden hatte können. Ich verließ dann irgendwann die Kirche und ging sehr glücklich in Richtung Volksgarten, wo ich mich auf eine Bank legte und den Wolken zuschaute - ein Himmel, in dem plötzlich auch Gott da war. Doch bei all dem Glücksgefühl machte ich mir auch schon Sorgen: was dann, wenn das nur etwas Vorübergehendes war, wenn ich in einer halben Stunde oder morgen schon denken würde: "Ach was, so ein Blödsinn!"?
Bald war ich daher wieder verunsichert, wusste nicht mehr, woran ich glaubte, was ich eigentlich wollte. Ich fuhr nach Hause, bedrückt von meiner Unsicherheit. Ich klappte schließlich die Imitatio Christi auf, und fand u. a. folgende Stelle:
Es ist ein weiser Rat: wenn in der Stunde der Andacht die Flamme des Eifers lichterloh brennt, so denke, wie es dir zu Mut sein wird, wenn Licht und Feuer wieder verschwunden sein werden. Wenn das dann eintritt, so denke, daß sie wiederkommen können, weil ich sie auf eine Zeit zurückgenommen habe, um dich in der Wachsamkeit zu gründen und um meinen Namen an dir zu verherrlichen.
Das und ein nachfolgender Mailwechsel mit meinem Freund beruhigten und bestätigten mich etwas. Ich kontaktierte 1-2 Tage darauf den Religionslehrer meiner ehemaligen Schulklasse, einen Priester. Bei unserem Treffen erzählte ich ihm meine Geschichte und sagte ihm, ich wolle mich taufen lassen. Er bot mir daraufhin an, mich auf diesem Weg zu begleiten. Acht Monate später, am 9. Januar 2005, empfing ich aus seiner Hand die Sakramente der Taufe, Firmung und Erstkommunion.
Deo gratias!
Ich war zuvor in einer Buchhandlung in der Wiener Innenstadt gewesen, hatte dort die Bücher im Religionsregal angeschaut - mit Sehnsucht nach wahrer spiritueller Nahrung, die allerdings zwischen Drewermann und "Erbauliches für jeden Tag" schwer zu finden war. Schließlich kaufte ich De imitatione Christi sowie ein paar andere, nicht religiöse Bücher, und verließ dann irgendwann die Buchhandlung.
Ich ging weiter in Richtung Schottenkirche und entschied mich kurzerhand, hineinzugehen. Bereits in den 1-2 Monaten davor hatte ich immer eine gewisse Sehnsucht nach dem Glauben gehabt; ich sah mich schließlich bereits als Suchende, hatte aber das Gefühl, nicht in Kontakt mit Gott treten zu können - falls es Ihn überhaupt gab. Ich hatte vorher ein-zweimal versucht, zu beten, und stand doch immer wieder vor einer unglaublichen Leere und dem Gefühl: "Da ist doch niemand!"
Doch die Sehnsucht blieb, und so ging ich an diesem frühen Nachmittag in die Schottenkirche. Ich lehnte meine Stirn an das Gitter und brachte einfach alle meine Sehnsucht dar - nicht in Worten, denn ich wusste bereits, dass das bei mir nicht funktionierte, sondern wie man ein Geschenk darbringt.
Und plötzlich...
WAR ER DA.
Es war ein Gefühl, als hätte sich die Welt plötzlich verschoben - ich verstand in dem einen Augenblick, wie gläubige Menschen dachten und fühlten: etwas, was ich bis dahin nie nachempfinden hatte können. Ich verließ dann irgendwann die Kirche und ging sehr glücklich in Richtung Volksgarten, wo ich mich auf eine Bank legte und den Wolken zuschaute - ein Himmel, in dem plötzlich auch Gott da war. Doch bei all dem Glücksgefühl machte ich mir auch schon Sorgen: was dann, wenn das nur etwas Vorübergehendes war, wenn ich in einer halben Stunde oder morgen schon denken würde: "Ach was, so ein Blödsinn!"?
Bald war ich daher wieder verunsichert, wusste nicht mehr, woran ich glaubte, was ich eigentlich wollte. Ich fuhr nach Hause, bedrückt von meiner Unsicherheit. Ich klappte schließlich die Imitatio Christi auf, und fand u. a. folgende Stelle:
Es ist ein weiser Rat: wenn in der Stunde der Andacht die Flamme des Eifers lichterloh brennt, so denke, wie es dir zu Mut sein wird, wenn Licht und Feuer wieder verschwunden sein werden. Wenn das dann eintritt, so denke, daß sie wiederkommen können, weil ich sie auf eine Zeit zurückgenommen habe, um dich in der Wachsamkeit zu gründen und um meinen Namen an dir zu verherrlichen.
Das und ein nachfolgender Mailwechsel mit meinem Freund beruhigten und bestätigten mich etwas. Ich kontaktierte 1-2 Tage darauf den Religionslehrer meiner ehemaligen Schulklasse, einen Priester. Bei unserem Treffen erzählte ich ihm meine Geschichte und sagte ihm, ich wolle mich taufen lassen. Er bot mir daraufhin an, mich auf diesem Weg zu begleiten. Acht Monate später, am 9. Januar 2005, empfing ich aus seiner Hand die Sakramente der Taufe, Firmung und Erstkommunion.
Deo gratias!


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