Maria IV: Frau der Provokation
Die Jungfrau Maria gilt seit früher Zeit als "Auslöscherin der Häresien". Indem man ihren Stellenwert in der Heilsgeschichte genauer bestimmte, wurde auch die Natur des Heilswerks Jesu Christi genauer erkennbar und verstehbar. Die Mariologie war und ist letztendlich immer nur ein Fenster auf die Christologie: per Mariam ad Jesum.
Auch heute - und wohl mehr denn je - dient Maria als Maßstab für das rechte Verhältnis zu Christus. Durch 200 Jahre historische Kritik und "Jesus der Geschichte" hat man sich einen gemütlichen, kuscheligen Allerwelt-Jesus zurechtgezimmert, einen, der niemandem wehtut und niemanden stört, der nur lieb und nett ist und natürlich weder Gott ist, noch je auferstand. Alles wird auf eine kuschelige subjektive Ebene heruntergeholt, auf die Ebene von "Erlebnissen" und "Erfahrungen" der "ersten Gemeinden".
Doch mit Maria geht das nicht. Trotz ihrer Wärme, ihrer Mütterlichkeit, ihrer Liebe ist Maria nicht kuschelig. Vielmehr ist sie eine einzige Provokation: Frau, Jungfrau, Dienerin, Ehefrau, Mutter, Gottesgebärerin. Eine Frau, die ihre eigene Einstellung in einem Satz zusammenfasst: "Sieh, ich bin die Magd des Herrn."
Skandal! Eine Frau, die sich als "Magd" bezeichnet - und dann auch noch "des Herrn"! Kein Wunder, dass viele Feministinnen Maria am liebsten ausblenden möchten. Es passt wohl nicht so ganz in das Bild der "Männerkirche", dass in dieser die wohl häufigste (oder zweithäufigste, nach dem Gekreuzigten) Darstellung jene einer Frau ist: der Jungfrau Maria.
Die Frau, die im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht, die im Wortsinn das Heil zu uns bringt. Für die Feministin eine Provokation: die Frau "reduziert auf ihre Rolle als Gebärerin".
Ja, freilich. Es konnte eben nur eine Frau den menschgewordenen Gott auf die Welt bringen. Hier scheitert die Austauschbarkeit der Geschlechter, das "Selbermachen" des Geschlechts, wo man sich aussuchen kann, was man sein will. Die Geburt ist der Moment der Wahrheit. Nur eine Frau kann gebären - und dadurch, dass Gott durch eine Geburt auf die Welt kommt, wird sowohl der Leib der Frau, als auch die Geburt selbst geheiligt.
Noch schlimmer ist eine weitere Provokation: Maria ist Jungfrau. Vor und nach der Geburt, für immer und ewig. In einer Zeit, in der allein das Verwenden des Wortes "Jungfrau" genügt, um neckisches Gekicher auszulösen, steht vor uns, provozierend, Maria, die Jungfrau. Dabei sei es doch "völlig unmöglich", sagt man uns, dass eine Jungfrau ein Kind kriegt. Nur diese abergläubischen Barbaren von damals haben sowas glauben können. Heute seien wir ja so viel aufgeklärter... Als hätten es die Leute vor 2000 Jahren für völlig selbstverständlich gehalten, dass eine Jungfrau ein Kind zur Welt bringt.
Dabei geht's ja bei solcher "Kritik" gar nicht wirklich um die "Unmöglichkeit". Es geht darum, dass Jungfräulichkeit als Witz angesehen wird. Als "Torheit" nach Paulus. Als Krankheit, als Schaden, als "Leibfeindlichkeit". Die Frau, die in ihrem Leib den Leib des menschgewordenen Gottes trägt - gerade sie soll die Ikone der "Leib- und Frauenfeindlichkeit" der Kirche sein.
Denn wenn Maria mal von den üblichen verdächtigen Damen mal doch erwähnt wird, dann immer nur in Form eines Vorwurfs: tja, die Kirche kann Frauen nur als Jungfrau oder (und?) Mutter akzeptieren - und Priesterinnen dürfen wir auch nicht sein. Wäääh!
Maria: Stein des Anstoßes. Bei ihrem Sohn hat man es, nach der Arbeit von Jahrhunderten, geschafft, Ihn als eine Masse ohne Geruch und Geschmack erscheinen zu lassen - falls man nur nicht so genau hinschaut. Mit Seiner Mutter geht das nicht. Sie steht da, und stellt den Stein des Anstoßes dar, an der Stelle des eigentlichen Steins des Anstoßes - den man in tausenden Büchern, Schriften und Filmen für das breite Publikum zu Zuckerwatte verarbeitet hat.
Zu Zuckerwatte kann man sich verhalten, wie man will. Doch gegenüber dem perfekten Vorbild im Glauben geht das nicht. Maria ist und bleibt eine Provokation, weil sie uns immer vor Augen hält, wie wir sein sollten - gegenüber Gott, gegenüber ihrem Sohn, gegenüber anderen.
Sie ist demütig, wo es um Hochmut geht; sie dient, wo es um's Herrschen geht; sie ist Mutter, wo es um "Selbstverwirklichung" ohne Kinder geht; sie ist Jungfrau, wo dies als Anomalie und Ballast, ja als Krankheit angesehen wird. Der Blick auf sie entlarvt den Hochmütigen, den Machtbesessenen, den Egoisten, den Zügellosen. Oder noch mehr die Hochmütige, die Machtbesessene, die Egoistin, die Zügellose.
Sie ist eine Frau, wie Gott sie haben will; sie ist nicht eine Frau, wie Alice Schwarzer oder die "Cosmopolitan"-Redaktion sie haben wollen.
Und sie stellt die eigentliche Gretchenfrage des Christentums - an uns alle, an Männer wie Frauen: "Willst Du wie Maria sein?"
Auch heute - und wohl mehr denn je - dient Maria als Maßstab für das rechte Verhältnis zu Christus. Durch 200 Jahre historische Kritik und "Jesus der Geschichte" hat man sich einen gemütlichen, kuscheligen Allerwelt-Jesus zurechtgezimmert, einen, der niemandem wehtut und niemanden stört, der nur lieb und nett ist und natürlich weder Gott ist, noch je auferstand. Alles wird auf eine kuschelige subjektive Ebene heruntergeholt, auf die Ebene von "Erlebnissen" und "Erfahrungen" der "ersten Gemeinden".
Doch mit Maria geht das nicht. Trotz ihrer Wärme, ihrer Mütterlichkeit, ihrer Liebe ist Maria nicht kuschelig. Vielmehr ist sie eine einzige Provokation: Frau, Jungfrau, Dienerin, Ehefrau, Mutter, Gottesgebärerin. Eine Frau, die ihre eigene Einstellung in einem Satz zusammenfasst: "Sieh, ich bin die Magd des Herrn."
Skandal! Eine Frau, die sich als "Magd" bezeichnet - und dann auch noch "des Herrn"! Kein Wunder, dass viele Feministinnen Maria am liebsten ausblenden möchten. Es passt wohl nicht so ganz in das Bild der "Männerkirche", dass in dieser die wohl häufigste (oder zweithäufigste, nach dem Gekreuzigten) Darstellung jene einer Frau ist: der Jungfrau Maria.
Die Frau, die im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht, die im Wortsinn das Heil zu uns bringt. Für die Feministin eine Provokation: die Frau "reduziert auf ihre Rolle als Gebärerin".
Ja, freilich. Es konnte eben nur eine Frau den menschgewordenen Gott auf die Welt bringen. Hier scheitert die Austauschbarkeit der Geschlechter, das "Selbermachen" des Geschlechts, wo man sich aussuchen kann, was man sein will. Die Geburt ist der Moment der Wahrheit. Nur eine Frau kann gebären - und dadurch, dass Gott durch eine Geburt auf die Welt kommt, wird sowohl der Leib der Frau, als auch die Geburt selbst geheiligt.
Noch schlimmer ist eine weitere Provokation: Maria ist Jungfrau. Vor und nach der Geburt, für immer und ewig. In einer Zeit, in der allein das Verwenden des Wortes "Jungfrau" genügt, um neckisches Gekicher auszulösen, steht vor uns, provozierend, Maria, die Jungfrau. Dabei sei es doch "völlig unmöglich", sagt man uns, dass eine Jungfrau ein Kind kriegt. Nur diese abergläubischen Barbaren von damals haben sowas glauben können. Heute seien wir ja so viel aufgeklärter... Als hätten es die Leute vor 2000 Jahren für völlig selbstverständlich gehalten, dass eine Jungfrau ein Kind zur Welt bringt.
Dabei geht's ja bei solcher "Kritik" gar nicht wirklich um die "Unmöglichkeit". Es geht darum, dass Jungfräulichkeit als Witz angesehen wird. Als "Torheit" nach Paulus. Als Krankheit, als Schaden, als "Leibfeindlichkeit". Die Frau, die in ihrem Leib den Leib des menschgewordenen Gottes trägt - gerade sie soll die Ikone der "Leib- und Frauenfeindlichkeit" der Kirche sein.
Denn wenn Maria mal von den üblichen verdächtigen Damen mal doch erwähnt wird, dann immer nur in Form eines Vorwurfs: tja, die Kirche kann Frauen nur als Jungfrau oder (und?) Mutter akzeptieren - und Priesterinnen dürfen wir auch nicht sein. Wäääh!
Maria: Stein des Anstoßes. Bei ihrem Sohn hat man es, nach der Arbeit von Jahrhunderten, geschafft, Ihn als eine Masse ohne Geruch und Geschmack erscheinen zu lassen - falls man nur nicht so genau hinschaut. Mit Seiner Mutter geht das nicht. Sie steht da, und stellt den Stein des Anstoßes dar, an der Stelle des eigentlichen Steins des Anstoßes - den man in tausenden Büchern, Schriften und Filmen für das breite Publikum zu Zuckerwatte verarbeitet hat.
Zu Zuckerwatte kann man sich verhalten, wie man will. Doch gegenüber dem perfekten Vorbild im Glauben geht das nicht. Maria ist und bleibt eine Provokation, weil sie uns immer vor Augen hält, wie wir sein sollten - gegenüber Gott, gegenüber ihrem Sohn, gegenüber anderen.
Sie ist demütig, wo es um Hochmut geht; sie dient, wo es um's Herrschen geht; sie ist Mutter, wo es um "Selbstverwirklichung" ohne Kinder geht; sie ist Jungfrau, wo dies als Anomalie und Ballast, ja als Krankheit angesehen wird. Der Blick auf sie entlarvt den Hochmütigen, den Machtbesessenen, den Egoisten, den Zügellosen. Oder noch mehr die Hochmütige, die Machtbesessene, die Egoistin, die Zügellose.
Sie ist eine Frau, wie Gott sie haben will; sie ist nicht eine Frau, wie Alice Schwarzer oder die "Cosmopolitan"-Redaktion sie haben wollen.
Und sie stellt die eigentliche Gretchenfrage des Christentums - an uns alle, an Männer wie Frauen: "Willst Du wie Maria sein?"


1 Comments:
Amen!
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