"Here comes everybody..."
... so soll einst James Joyce die katholische Kirche charakterisiert haben.
Gestern erlebte ich erneut einen Beweis dafür. Ich war in der Fronleichnamsmesse, und als ich zur Kommunion ging, sah ich dort, völlig unerwartet, einen beruflichen Bekannten, einen Ungarn, den ich immer für einen typischen sozialistischen Apparatschik gehalten hatte (er hatte schon vor der Wende Funktionen gehabt): auf jeden Fall hatte ich ihn für alles Mögliche gehalten, nur nicht für einen praktizierenden Katholiken. Und dort war er nun, kam gerade von der Kommunion, nahm dann beim Hinausgehen Weihwasser und machte eine Kniebeuge vor dem Herrn im Tabernakel...
Im Mai hatte ich ebenfalls das Verbindende des Katholizismus zu spüren bekommen: ich war mit meiner Oma und meinen Eltern in Paris, als Geschenk für meine Oma zum 75. Geburtstag. Wir waren mit einer ungarischen Reisegruppe dort. Unsere dortige Reiseführerin stellte sich leider als ziemlich hysterisch und bösartig heraus, insbesondere mir gegenüber. (Ich hatte es gewagt, meiner Oma Dinge zu erklären, während sie vorne im Reisebus sprach...) Am nächsten Tag beschwerte sich meine Mutter bei der Reiseleitung. Dann kam eine Mitreisende, die selbst mit ihrer älterer Mutter unterwegs war, zu meiner Mutter hin, und sicherte uns ihre Unterstützung zu. Anschließend sagte sie: "Und übrigens ich habe auch gesehen, dass Ihre Tochter die Wunderbare Medaille trägt - so wie ich. Da habe ich gleich die Seelenverwandschaft gespürt..."
Gestern erlebte ich erneut einen Beweis dafür. Ich war in der Fronleichnamsmesse, und als ich zur Kommunion ging, sah ich dort, völlig unerwartet, einen beruflichen Bekannten, einen Ungarn, den ich immer für einen typischen sozialistischen Apparatschik gehalten hatte (er hatte schon vor der Wende Funktionen gehabt): auf jeden Fall hatte ich ihn für alles Mögliche gehalten, nur nicht für einen praktizierenden Katholiken. Und dort war er nun, kam gerade von der Kommunion, nahm dann beim Hinausgehen Weihwasser und machte eine Kniebeuge vor dem Herrn im Tabernakel...
Im Mai hatte ich ebenfalls das Verbindende des Katholizismus zu spüren bekommen: ich war mit meiner Oma und meinen Eltern in Paris, als Geschenk für meine Oma zum 75. Geburtstag. Wir waren mit einer ungarischen Reisegruppe dort. Unsere dortige Reiseführerin stellte sich leider als ziemlich hysterisch und bösartig heraus, insbesondere mir gegenüber. (Ich hatte es gewagt, meiner Oma Dinge zu erklären, während sie vorne im Reisebus sprach...) Am nächsten Tag beschwerte sich meine Mutter bei der Reiseleitung. Dann kam eine Mitreisende, die selbst mit ihrer älterer Mutter unterwegs war, zu meiner Mutter hin, und sicherte uns ihre Unterstützung zu. Anschließend sagte sie: "Und übrigens ich habe auch gesehen, dass Ihre Tochter die Wunderbare Medaille trägt - so wie ich. Da habe ich gleich die Seelenverwandschaft gespürt..."


4 Comments:
Very strange feeling to see a quote from Finnegans Wake on a German blog!
I read that book in college--yes, I actually read it from cover to cover. Or at least I passed my eyes over all of the words. No one can possibly claim to understand most of it.
It's a bizarrely wonderful thing, though perhaps indefensible. I still pull it off the shelf and read some of my favorite passages now and then.
Reading Joyce was, strangely, one of the big factors in my conversion. He was far from being a Catholic, but he still had a mind shaped by and steeped in the Catholic sensibility. Even the random occurrences in his books seem somehow tied in to an intricate structure of life and you can sense that everything--every single thing--even a piece of paper floating down the Liffey river--has a meaning and a significance even if we can't grasp it. There is no such thing as "random" or "chance".
And when you see that in the books (especially Ulysses), you can start to be able to feel it in the real world, too.
Three cheers for H. C. Earwicker and Anna Livia Plurabelle!
Though I studied literature I must confess I never read a word from Finnegan's Wake. I got the quote from English-language blogs (also my preeminent source for theology and American politics... ;-)). In fact, I didn't even know that this quote was from Finnegan's Wake, rather than from some other work of Joyce's or from his private correspondence. Thank you for filling me in!
P.s.: Jeff, could you please tell me where your blog is? You've blocked the link to it through your name on Blogger, so I haven't yet found out yet where you are to be found on the WWW...
I had a blog once briefly--you were the only commenter! :-D. But it's either defunct or in deep and lengthy hibernation.
I'm flattered that you are interested, though. At least I hope it doesn't just mean that I write tedious and prolix comments and you think I need a better place to put words on the screen! ;-)
(Do you just hate pedantry? I'll risk it anyway: Finnegans Wake doesn't have an apostrophe...)
Thank you for your "pedantry", Jeff. (I'm also a pedant, you know... ;-)) I wasn't aware that Finnegans Wake was written without an apostrophe.
At least I hope it doesn't just mean that I write tedious and prolix comments
What are you taking me for?? ;-)
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