Too Cool for Internet Explorer

Freitag, 30. November 2007

Spe salvi: Zur Demokratie

Die heute veröffentlichte Papst-Enzyklika Spe salvi wird in der Blogozese noch sicher ausführlich analysiert und debattiert werden. Daher also zum Anfang nur einige wichtige und bedenkenswerte Gedanken, die offensichtlich als Warnung an den demokratischen Rechtsstaat und seine Institutionen dienen sollen:

a) Der rechte Zustand der menschlichen Dinge, das Gutsein der Welt, kann nie einfach durch Strukturen allein gewährleistet werden, wie gut sie auch sein mögen. Solche Strukturen sind nicht nur wichtig, sondern notwendig, aber sie können und dürfen die Freiheit des Menschen nicht außer Kraft setzen. Auch die besten Strukturen funktionieren nur, wenn in einer Gemeinschaft Überzeugungen lebendig sind, die die Menschen zu einer freien Zustimmung zur gemeinschaftlichen Ordnung motivieren können. Freiheit braucht Überzeugung; Überzeugung ist nicht von selbst da, sondern muß immer wieder neu gemeinschaftlich errungen werden.

b) Weil der Mensch immer frei bleibt und weil seine Freiheit immer auch brüchig ist, wird es nie das endgültig eingerichtete Reich des Guten in dieser Welt geben. Wer die definitiv für immer bleibende bessere Welt verheißt, macht eine falsche Verheißung; er sieht an der menschlichen Freiheit vorbei. Die Freiheit muß immer neu für das Gute gewonnen werden. Die freie Zustimmung zum Guten ist nie einfach von selber da. Gäbe es Strukturen, die unwiderruflich eine bestimmte – gute – Weltverfassung herstellen, so wäre die Freiheit des Menschen negiert, und darum wären dies letztlich auch keine guten Strukturen.

Labels: , ,

3 Comments:

Blogger Scipio said...

Na, wusste ich's doch: Die Enzyklika über die Hoffnung und die Sozialenzyklika sind ein und dieselbe... ;-)

11/30/2007 02:59:00 PM  
Blogger Phil said...

Dit schafft ooch nur unser Papa.

11/30/2007 03:08:00 PM  
Blogger Phil said...

Nun hab ich die ja seit einiger Zeit hinter mir und ich muß doch fragen, warum man diese vollkommen richtigen Sätze als Speerspitze gegen die Demokratie sehen soll.

Was der Papst damit ausdrückt, ist, daß man den Menschen nicht zum Guten zwingen kann - dann ist es nicht mehr gut. Das gilt freilich in der Demokratie, das gilt aber auch in der von vielen so geliebten Monarchie. Ein Monarch, der umsichtig und "christlich" ist, aber die Freiheit des Menschen mit Füßen tritt (bspw. zum sonntäglichen Kirchgang die Menschen per Gesetz zwingt), schlägt in die ähnliche falsche Kerbe wie der Demokrat, der denkt, er könne das Paradies auf Erden erzwingen.

Dieser Gedanke wurde im Herrn der Ringe doch ganz gut aufgezeigt, als Frodo Gandalf den Ring anbietet (analog bei Galadriel) . Er würde den Ring zwar nur benutzen, um gutes zu tun, damit aber ein grausamer Diktator werden.

12/28/2007 04:00:00 PM  

Kommentar veröffentlichen

<< Home